Donnerstag, 20. Juli 2017

Wie du richtig mit Meishis umgehst - Japanische Businesskarten im Joballtag



Hey Leute,
Es hat eine Weile gedauert, aber jetzt habe ich endlich meine eigenen Meishi! 
­čôť­čôŁ­čôő­čâĆ­čâĆ­čâĆ­čâĆ­čôç­čôť­čôâ

Aus dem japanischen Businessalltag sind die kleinen Businesskarten ja gar nicht mehr wegzudenken. Bei der ňůČšŤŐŔ▓íňŤúŠ│Ľń║║ŠŚąšőČňŹöń╝Ü - Japanisch-Deutsche Gesellschaft Tokyo habe ich auch den korrekten Umgang damit gelernt und dachte, ich teile mal was ich noch wei├č.

Wenn ihr eine Meishi bekommt, dann m├╝sst ihr sie auf eure Brieftasche locker auflegen, so dass das Gegen├╝ber sie mit zwei H├Ąnden emfangen kann. Die Schrift muss nat├╝rlich so sein, dass das Gegen├╝ber sie lesen kann.

Hat man die Meishi in zwei H├Ąnden, darf man sie auf keinen Fall sofort weglegen (Fettn├Ąpfchengefahr!!! ­čĺú)! Ihr lest euch durch was darauf steht und stellt eine Frage zum Gegen├╝ber oder startet Smalltalk basierend auf den Infos der Meishi.

Beispiel: "Oh, Oh ihr B├╝ro ist in Shibuya? Da sind die Z├╝ge jeden Morgen sicher sehr voll" etc.
Die K├Ârperhaltung ist stets halb gebeugt und alles was das Gegen├╝ber sagt muss im Sekundentakt nickend kommentiert werden. "Hm", "Ja.", "Achso ist das!".

Leise Zuh├Âren ist in Japan nicht! (Fettn├Ąpfchengefahr!!! ­čĺú) Wenn ihr stumm seid, geht das Gegen├╝ber davon aus, dass ihr nichts versteht und unh├Âflich seid. Also immer brav: "Oh, aha, ja, so ist das, aha, hm." machen.

Erst nach einer Weile (am besten wenn keiner guckt), wird die Meishi sorgf├Ąltig in eurem Meishi-Case verstaut. Wenn ihr dann zuhause seid, schreibt ihr am n├Ąchsten Tag eine Dankesmail an die Person. Da muss nicht viel drin stehen, wird aber stets als h├Âfliche Aufmerksamkeit gewertet.
In eurem Leben wird das aber nicht die einzige Meishi sein. Nach 100 St├╝ck verliert man leicht den ├ťberblick und die Suche nach einer bestimmten Person wird stressig.

Also solltet ihr euch ein Excel Dokument anlegen und dort von Anfang an, alle Infos zusammentragen und die Meishis in einem Karten-Ordner verstauen. Wer mal Pokemon- oder Yugioh-Karten gesammelt hat, besitzt so ein Ding vielleicht sogar noch.

Ich hoffe mit den Tipps k├Ânnt ihr ein wenig Eindruck schinden und neue Kontakte aufbauen. Wer wei├č, wer sich mal bei euch meldet, da ihr ja so einen guten Eindruck hinterlassen habt. ­čśë

Was denkt ihr? Habt ihr eigene Businesskarten? Und wie verfahrt ihr damit? Habt ihr vielleicht paar Profitipps f├╝r mich? ­čśä Und wie gro├č ist eure Pokemonkartensammlung? ­čÉş⚡

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Was du nachts in Tokyo vermeiden solltest...


Hey Leute,

Ich erinnere mich, wie ich vor zwei Jahren nach einer Party in Harajuku festhing, da ich den letzten Zug verpasst hatte. Da ich kein Taxi nehmen wollte (sauteuer!) bin ich nachhause nach Ikebukuro gelaufen.

Das waren dann etwa 8 Kilometer, die ich in etwa 2 Stunden (betrunken) gelaufen bin. Dabei habe ich den Fehler gemacht durch Shinjuku zu torkeln. Genauer gesagt durch Kabukicho, dem Rotlichtviertel Tokyos. 

Dort versuchten mich dann eine menge aufdringlicher Ausl├Ąnder in zwiellichtige Nachtclubs zu locken und mir das Geld aus der Tasche zu ziehen. Wahlweise wurden mir auch Drogen und schnelle Liebe angeboten.

Ich habe mich noch nie so unwohl gef├╝hlt in Tokyo (au├čer das eine mal, wo ich nach einem Videodreh nachts durch Roppongi laufen musste).

Seitdem meide ich diesen Ort, wie der Gaijin das Natto. Bzw. verirre mich nur noch mit Freunden dorthin, da es dort oft g├╝nstige All you can drink-Angebote gibt.

Allein w├╝rde ich niemanden empfehlen nachts dort durchzulaufen. Tags├╝ber ist jedoch okay.
Im Kabukicho gibt es auch die ber├╝hmte Godzilla Statue, die von oben Tokyo bewacht. Doch mich konnte sie nicht besch├╝tzen. ­čśó­čśäxD

Was denkt ihr? Musstet ihr nach einer Party schonmal durch die halbe Stadt nachhause laufen? Und habt ihr als Kind Godzilla im Fernsehen gesehen? Und was empfehlt ihr als Abwehrma├čnahme gegen aufdringliche Clubleute?

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Der Japanozwitter - Zwischen N3 und N2



Hey Leute,

Ich erinnere mich daran, dass ich so ziemlich exakt vor 3 Jahren in D├╝sseldorf war, um den ber├╝chtigten JLPT Test abzulegen, dem Japanisch-Fertigkeitstest. ­čÄî

Damals hatte ich mich mit zwei Mitstreitern aus der Uni zusammengetan und den Plan geschmiedet den N3 Test zu machen. Wer nicht versteht was der N3 bedeutet:

Das N3 Level im Japanischen bescheinigt dir, dich in einen Zwitterzustand zu befinden. Du kannst Japanisch, aber irgendwie auch nicht. Du bist weder Fleisch noch Fisch.

Da das aber immer noch besser war, als zu den zahlreichen Japanologen zu geh├Âren, die gar kein Japanisch konnten, stiegen wir in einen Kleinwagen und fuhren in die Japantown nach D├╝sseldorf, auch um uns einmal ├╝berteuerte Ramen reinzudr├╝cken.

Aus heutiger Sicht f├╝hlt sich das alles so weit weg an, als h├Ątte ich nie in Deutschland gelebt. Ich habe schon fast vergessen wie man sich in Deutschland im Supermarkt verh├Ąlt. Legt man der Kassiererin auch gru├člos das Geld auf den Tresen? Aber egal, zur├╝ck zum Thema:

In Japan habe ich mich dann zum N2 Level Test angemeldet. Wer nicht wei├č was N2 bedeutet:
Nach Legenden zu urteilen, bescheinigt dir der N2 Level "Business Japanisch" zu beherrschen. Die Wahrheit sieht jedoch wie immer komplett anders aus.

Doch die Wochen um den JLPT Test waren meine st├Ąrksten Wochen, bezogen auf meinen Japanisch-Skill. Genau da hatte ich auch mein erstes Bewerbungsgespr├Ąch auf Japanisch. Mittlerweile aber, sind die Lorbeeren verwelkt und ich muss versuchen in immer k├╝rzer werdender Zeit viel von damals wieder aufzufrischen.

Denn ich w├╝rde gerne den N1 Test ablegen, aber das liegt wohl noch in weiter Ferne... Wer sich nichts unter dem N1 Level vorstellen kann: Legenden sagen, dass man dann einem Muttersprachler im Japanischen ebenb├╝rtig ist.

Was denkt ihr? Wie hoch ist euer JLPT Level? Wie motiviert ihr euch zum Japanischlernen? Und seid ihr Fleisch oder eher Fisch? ­čśä

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Smartes Pendeln, f├╝r smarte Salaryman in Tokyo


Hey Leute!
Seid ihr schon smarte Salaryman? ­čĹĘ­čĹö­čĹę­čĺ╝
Die Lokalregierung von Tokyo hat jetzt eine neue Kampagne gestartet, um den verstopften Z├╝gen in Tokyo den Kampf anzusagen!

Wer jeden Morgen mit der U-Bahn zur Arbeit f├Ąhrt, kennt das Problem: Die Z├╝ge sind nicht nur voll, sondern direkt bis auf den kleinsten Luftraum verstopft.
F├╝r mich pers├Ânlich ist das Commuten ein gro├čer Verlust von Lebensqualit├Ąt und -Zeit. Wenn ich nur halbwegs ersch├Âpft bin von der Arbeit, gibt mir die Zugfahrt nachhause ganz sicher den Rest.
Doch die Gouverneurin von Tokyo m├Âchte diesen Umstand nun ├Ąndern: Sie bittet s├Ąmtliche Firmen und uns Angestellte, unsere Arbeitsgewohnheiten zu ├Ąndern. Wer fr├╝her zur Arbeit kommt, entlastet die Z├╝ge zur Rushhour.
Im Gegenzug soll man auch fr├╝her gehen d├╝rfen und so mehr Zeit mit der Familie verbringen k├Ânnen und weniger in vollen Z├╝gen gefangen sein. Wer da mitmacht, kann sich als "smarter Salaryman" bezeichnen. ­čśë
Einige Bahnlinien machen bei dem Spa├č mit und bieten extra Z├╝ge zu fr├╝hen Morgendstunden an.
Bisher ist es ├╝blich, dass Angestellte in Japan eher sp├Ąter anfangen, daf├╝r bis in die Puppen drau├čen bleiben, weswegen man kaum fr├╝he Z├╝ge gebraucht hatte. Nun soll sich alles ├Ąndern.
Was denkt ihr?
Ist das nur blinder politischer Aktionismus oder ein sinnvoller erster Schritt in die richtige Richtung?
Und w├╝rdet ihr eine Stunde fr├╝her aufstehen und euch als "smarte Angestellte" bezeichnen? ­čśë


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Mittwoch, 26. April 2017

Dr. Unkos Kanji Drill - Kanjilernen f├╝r's Klo




Hey Leute,

Dachtet ihr euch beim stressvollen Japanischlernen nicht auch oft:


"Kanji sind echt !"


Japanische Grundsch├╝ler sind der exakt gleichen Meinung, wenn sie die ersten chinesischen Schriftzeichen in der Schule lernen m├╝ssen. Doch zum Gl├╝ck gibt es jetzt den "Unko-Kanjidrill"!



(Unko = )

Doktor Unko steht einem dort hilfreich zur Seite und bringt euch die Kanji mithilfe von anwendungsorientierten Beispielss├Ątzen bei.

Zum Beispiel:

"Ich stecke die Kerze in die !" Wer wollte das nicht immer schonmal sagen k├Ânnen, um das Eis beim ersten Kennenlernen zu brechen?



Und wenn man dann all die Kanji erfolgreich gelernt hat, dann bekommt man den Unko-Leistungsnachweis, mit dem man dann in der Grundschule angeben kann.

Wer das ganze Buch mit seinen knapp 100 Kanji schafft, der ist dann auf der selben Stufe wie ein japanischer Grundsch├╝ler im ersten Jahr. Gl├╝ckwunsch!



Was denkt ihr? W├╝rdet ihr euch der Challenge von Lehrer Unko stellen? Oder habt ihr das Kanjilernen schon in die Toilette getreten?

Bin gespannt! 


Dieser Beitrag stammt von meiner Facebook Page: "Tokyo, der Moloch und Ich

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Montag, 5. Dezember 2016

Mein Weg zum Job - Arbeiten in Japan



In den letzten beiden Artikeln zum Thema: "Arbeiten in Japan" habe ich relativ allgemein versucht zu erkl├Ąren, was einen bei japanischen und internationalen Firmen in Japan erwartet. Wer sie verpasst hat, kann kurz hier reinschauen:

Arbeiten in Japan - Der japanische Weg

Arbeiten in Japan - Der internationale Weg


Doch bisher bin ich meinen Lesern schuldig geblieben, wie zur H├Âlle ich denn nun meinen Job in Japan bekommen habe. Welche Kurse haben mich weiter gebracht? Welches Japanischlevel hat mir am Ende den Job verschafft? Welche Skills waren hilfreich und was aus dem Studium benutze ich noch heute? Noten? Und vor allem: Welche Praktika und Nebenjobs waren n├╝tzlich beim Ergattern meines Jobs? 

Diese Fragen will ich beantworten, damit sich findige Japanologen ein Bild machen k├Ânnen und vielleicht inspiriert werden. Doch auch Nicht-Japanologen sollten nicht gleich wegschalten. Ich denke meine Erfahrungen k├Ânnten hilfreich werden, allgemein f├╝r jeden der einen Job in Japan sucht. Doch hier noch einmal der Hinweis: Das sind alles meine pers├Ânlichen Erfahrungen. Wenn ihr andere gemacht habt, dann lasst es mich wissen!

Mein Weg zum Job - Arbeiten in Japan
(Lesedauer etwa 10 Minuten)

 Bevor wir anfangen, will man als Leser aber vielleicht erstmal etwas ├╝ber den Job wissen, den ich jetzt habe. 

 Ich arbeite f├╝r ein deutsches Start-up Unternehmen in Tokyo ("SCHMATZ"), das gerade dabei ist eine Kette an deutschland-inspirierten japanischen Kneipen zu etablieren. Das klingt ein bisschen umst├Ąndlich, deswegen sage ich oft einfach nur "deutsche Restaurantkette", was so nicht ganz richtig ist. Denn keiner von uns will ein "typisch deutsches" Restaurant aufbauen. 

 Wir folgen mehr dem "Hybrid-Food"-Trend, der das beste aus verschiedenen Landesk├╝chen zusammenbringt, um den G├Ąsten immer wieder neue Gerichte zum Ausprobieren anbieten zu k├Ânnen. Also nicht streng "deutsch". Auch ist ein Standbein von uns das Brauen eigenen Bieres, was oft zu unrecht unter den Tisch f├Ąllt. 

 Um es kurz zu machen: Der Job ist f├╝r mich megaspannend, da ich mit den jungen Unternehmern etwas ganz Neues aufbauen und meine St├Ąrken und Interessen einbringen kann.


Der Job den ich mache verlangt im Grunde 3 Dinge von mir:


Event-Management, 
Restaurant-Management und 
Marketing mit Schwerpunkt Social Media. 

 Keines der drei Felder habe ich jemals studiert und diese Felder kann man auch nicht wirklich studieren (okay, manche sicherlich schon mittlerweile, aber wir reden hier von vor sechs Jahren).

 Es gab auch keine M├Âglichkeit mich auf genau diesen Job vorzubereiten, denn vor 6 Jahren hatte ich schlicht keinen Plan, dass so eine Chance mal kommen w├╝rde. Wie also konnte ich die Bedingungen, die der Job an mich stellte erf├╝llen? 

 Im Grunde bin ich die Sache aber andersherum angegangen. Ich habe mich nicht dem Job angepasst, den ich mal haben will, sondern ich bin nur meinen Interessen gefolgt und habe dann geschaut, welcher Job am besten zu diesen passt. 

 Das war gut, da ich immer machen konnte was ich wollte, aber schlecht, weil ich so komplett ins Blaue arbeitete und studierte und nie genau wusste, wo ich mal ankommen w├╝rde. 

 Bedingung Nummer 1: Event-Management


 Als Erstsemester war damals schon klar, dass meine Studienwahl brotlos war und ich vielleicht nur in die Arbeitslosigkeit studieren w├╝rde. Da waren sich alle um mich herum sicher. Passend dazu war ich damals extrem blank und habe nachts in M├╝llcontainern der Superm├Ąrkte gew├╝hlt (ihr wisst gar nicht wie viele verpackte noch gute Lebensmittel tagt├Ąglich weggeschmissen werden!).

 Da kam das Angebot der Nippon Connection in Frankfurt direkt richtig: Das weltweit gr├Â├čte Festival f├╝r japanischen Film suchte Helfer f├╝r eine Woche. Belohnung: ein T-Shirt und freie Verpflegung. Eine Woche kostenlos essen? Da war ich sofort dabei. Nat├╝rlich hatte ich auch mein brotloses Studium im Kopf, das ich so mit etwas Praxiserfahrung aufpeppen konnte. 

 Daraufhin folgte eine Woche harte Arbeit. Das alte Studihaus musste wie jedes Jahr komplett renoviert werden und so putzten wir die Heizk├Ârper, hingen Laternen auf und strichen die M├Ądchentoilette rosa. Es klingt zwar bescheuert, aber das alles hat eine Menge Spa├č gemacht. Nach ein paar Tagen war das verranzte Zentrum der extrem Linken eine vorzeigbare Location, f├╝r ein internationales Publikum. 

 Da habe ich zum ersten Mal Blut geleckt. Mit viel Einsatz und gleichzeitig viel Spa├č l├Ąsst sich also etwas komplett aus dem Nichts erschaffen, das zehntausend Besucher aus der ganzen Welt erfreut? Das war die beste Erfahrung f├╝r mich, als kleiner unbedeutender Japo.  

 Von diesem Moment an wurde ich dem Festival f├╝r etwa 5 Jahre treu und arbeitete dort ehrenamtlich unter anderem als Fotografen- und Interviewkoordinator und war im Pre-Selection Team und bewertete jedes Jahr die neusten Filme, die wir schlie├člich auf dem Festival zeigten. In der Zeit habe ich also viel dar├╝ber gelernt was dazu geh├Ârt, wenn man Veranstaltungen organisieren will. 

 Die Firma f├╝r die ich arbeite hostet nun ebenfalls Events oder wird zu Instituten gerufen, wie z.B. in die deutsche Botschaft oder dem Goethe-Institut, um Veranstaltungen zu schmei├čen. Da kommen die Sachen, die ich bei Nippon Connection gelernt habe ganz gelegen. 


Bedingung Nummer 2: Restaurant Management


 Als ich in Tokyo merkte, dass meine Kohle so langsam zur Neige ging (D├ęj├á-vu!) war klar, dass ich einen Nebenjob brauchte. Zumindest wenn ich weiterhin Nahrung konsumieren wollte, die nicht aus dem M├╝lleimer kam.

 Durch Verena (Internship Japan), die ich ├╝ber meinen Blog hier kennen lernte, h├Ârte ich damals von der Firma, f├╝r die ich jetzt arbeite. Sie schrieb einen kleinen Blogartikel ├╝ber das erste Restaurant in Akasaka und die Ambitionen meiner Chefs. Ich war sofort geflasht und f├╝hlte mich an Nippon Connection zur├╝ckerinnert. 

 Ich dachte: Vielleicht ist es ja irgendwie m├Âglich auch hier mit Eifer an die Sache zu gehen, um das Projekt aus dem Nichts immer gr├Â├čer aufzubauen. Das teilte ich meinen Chef mit und er meinte, er w├╝rde mir wo es geht helfen dahin zu kommen, wo ich hin wollte. 

 Dennoch war das hier kein ehrenamtlicher Verein, bei dem jeder NUR seinen Interessen folgen konnte, sondern in erster Linie eine kleine Firma, die gerade eben erst aus dem Nichts auferstanden war. Drei Monate vorher hatten die Chefs noch in einem Food-Truck selbst W├╝rstchen auf den Grill geschmissen, bis sie die Gelegenheit hatten in Akasaka das erste Restaurant zu starten. Also gab es es viel zu tun!

 Das bedeutete f├╝r mich relativ fr├╝h aufstehen (als Student ist alles vor 12:00 Uhr mittags zu fr├╝h!) und ordentlich anzupacken. Mehrmals die Woche, soweit es das Visum erlaubte. Ich lernte den Laden dabei nahezu in und auswendig kennen und meine Kollegen zu lieben. 

 Im Restaurant selbst waren so ziemlich alle Japaner, abgesehen vom Firmenchef, der ab und an mit mir die Schichten leitete. Da ich aber gerade den JLPT N3 gerade so bestanden hatte, konnte ich mich halbwegs (aber mehr schlecht als recht) verst├Ąndigen (zu dem Zeitpunkt habe ich auch angefangen f├╝r den N2 zu lernen und habe den schlussendlich auch gerade so bestanden). 

 Vor allem gefiel mir der Umgangston: Niemand hatte einen Stock verschluckt und h├Âfliches Gerede war nicht gefragt. Das war f├╝r mich sehr befreiend, da ich Hierachien und Unterw├╝rfigkeit nicht leiden kann (ich alter Sozi lol).

 Nat├╝rlich hatte ich damals meine F├╝hler bereits ausgestreckt und geschaut ob es nicht irgendwie eine M├Âglichkeit auf eine Vollzeit-Besch├Ąftigung g├Ąbe. Zur damaligen Zeit sah es da aber noch ziemlich d├╝ster aus. Schlie├člich war das hier noch keine etablierte Firma, sondern ein Start-up, das gerade dabei war Fu├č zu fassen. 

 Ehrlich gesagt hatte mir das einen ziemlichen Stich versetzt, da ich insgeheim hoffte hier starten zu k├Ânnen. Ich war auch gerade dabei Shukatsu durchzumachen und internationale Firmen nach Praktika abzuklappern (siehe die letzten beiden Blogartikel). Das lief aber mehr schlecht als recht und ich kam mir vor wie auf einer Odyssey durch den Job-Jungle Tokyos. 

 Da es hier keine Zukunft f├╝r mich zu geben schien, beschr├Ąnkte ich mich erstmal darauf meine Arbeit so gut wie m├Âglich auszuf├╝llen, bis mir ein Ausweg einfiel. Denn vielleicht w├╝rde diese Restaurant Management Erfahrung ja irgendwann mal n├╝tzlich.   


Bedingung Nummer 3: Social Media Marketing


 Als ich nach Japan kam startete ich meinen Blog hier als Tagebuch. Ich berichtete dar├╝ber wie ich besoffen Fahrrad zum Meer gefahren bin mit Jet-Lag, mich ├╝ber ein japanisches Nazim├Ądchen lustig machte und nervte Leute mit nutzlosen Infos wie man am besten mit der Bahn durch Tokyo f├Ąhrt. Das aus dem mal mehr werden sollte, war eher nur ein stummer Gedanke in meinem Hinterkopf. 

 Auch Instagram startete ich und postete Fotos von ├╝berf├╝llten Aschenbechern, dem zerzaustem Hund meiner Schwester und Selfies aus dem immer gleichen Winkel. Das auch hier mal mehr draus wurde, lag eher an meiner Neugier an dem ganzen System. 

 Das ging soweit, dass ich anfing auf Iconosquare meine Statistiken zu verfolgen und zu schauen wie viele Likes und Follower ich diesen Monat bekam und fing an zu ├╝berlegen wie ich diese Zahlen immer wieder aufs Neue ├╝bertreffen konnte. So wurden aus 11 Likes 200 und aus 100 Followern ├╝ber 3000.

 Meine Facebook Page lief nach dem selben Schema. ich lernte wie und was ich schreiben musste, damit Leute sich daf├╝r interessierten. So wurde aus einer einzeiligen Bildbeschreibung eines nichtssagenden Fotos, eine mehrere Absatz lange, die mit pers├Ânlichen Erfahrungen und Hintergrundinformation gespikt war. 

 Um die Hintergrundinfos ├╝berhaupt liefern zu k├Ânnen, war es nat├╝rlich sehr praktisch, dass ich Japanologie studiert hatte. In Kombination mit Soziologie kann man so viel ├╝ber die japanische Gesellschaft und Kultur erkl├Ąren. Im normalen Leben nutzlos (wie manche sagen), aber warum sollte man diese Dinge nicht in eigenen Projekten einsetzen? 

 Denn es gibt so viele Leute, die sich nach einem realistischen Einblick in das "unbekannte Land" Japan sehnen und bis auf ein paar unbeugsame Blogger liefert diese keiner. 

 Durch die stete Analyse und das st├Ąndige "Auf die Schnauze fallen" wurde mein Social Media Auftritt immer besser, bis Leute im Restaurant meinten, dass es besser w├Ąre, wenn ich die Social Media Kan├Ąle der Firma ├╝bernehmen w├╝rde. Das tat ich irgendwann auch. Freiwillig, zusammen mit der Marketingchefin und lernte dabei mich an die Materie heranzutasten, w├Ąhrend ich beim Praktikum bei der Japanisch-Deutschen Gesellschaft war.

Das Praktikum dort war eine einmalige Erfahrung und eine der besten Gelegenheiten, die ich kriegen konnte (auch hier hat Verena vermittelt). Aber mit der Zeit wurde ich dennoch langsam ziemlich desillusioniert. Ich hatte das Gef├╝hl keinen Job in Tokyo zu bekommen und arbeitete nur noch vor mich hin. Ich investierte so viel, doch es schien einfach nichts zur├╝ckzukommen. 

 Wie viele verschiedene Praktika hatte ich schon gemacht? 3? 5? Es war einfach nur frustrierend. Sicher k├Ânnen das viele, die auf Jobsuche sind und im Strudel aus Praktika gefangen sind gut nachvollziehen. 

 Irgendwann kam dann mein leitender Kollege zu mir und meinte, dass ich ganz gut arbeiten w├╝rde. Der Meinung war ich nicht, da ich einfach nur mein Ding machte. Aber er best├Ąrkte mich darin, es nochmal bei Schmatz zu versuchen. 

 Auf seinen Rat hin klopfte ich nochmal bei meinem Chef an, der schon l├Ąngst nicht mehr selbst in der K├╝che stand, sondern die L├Ąden aus dem Office heraus leitete. So fragte ich nach einer Chance. 

 Zu meinem Gl├╝ck hatte sich die Firma sehr gut entwickelt und es war m├Âglich mehr Leute anzustellen. Und das innerhalb eines Jahres. Zudem sprach jeder im Restaurant gut ├╝ber mich, wodurch sich herauskristallisierte, dass ich f├╝r den Job auf jeden Fall in Frage kam. 

 So kam es, dass ich tats├Ąchlich den Job gefunden habe, den ich auch wirklich machen wollte. Wer die anderen beiden Artikel gelesen hat, wird merken, dass ich mich nie in die japanische oder typische Arbeitskultur einfinden konnte und insgeheim immer gehofft hatte, hier zu landen. Es mag naiv klingen, aber ehrlich gesagt hatte ich die ganze Zeit gesp├╝rt, dass das hier der richtige Weg war. 


Das Ende vom Lied


 Und so baut mein Job im Grunde auf diesen drei gro├čen Erfahrungen auf: 

 Event-Management, Restaurant-Management und Social Media Marketing. 

 Alles Dinge, die ich nur gelernt und verfolgt hatte, weil sie mich interessierten und weil die Leute mit denen ich zu tun hatte klasse waren. 

 Sowohl mein Studium hat mir geholfen, als auch meine Praktika und Nebenjobs. Aber h├Ątte ich letztendlich "nur Japanologie" studiert, h├Ątte mich mein Chef niemals zum Bewerbungsgespr├Ąch gelassen. In Kombination mit all den Erfahrungen und Projekten die mich gepr├Ągt hatten, bekam ich aber schlie├člich meine Chance mich zu beweisen. 

 Deswegen sage ich, dein Studium ist das, was du am Ende daraus machst. Nur ein Abschluss hilft dir nicht. Meine Noten sind hier jedem egal und mein Bachelor-Zeugnis ist mehr wie eine Eintrittskarte in die Jobwelt, egal was drauf steht. Ohne mir meine F├Ąhigkeiten selbst anzueignen, h├Ątte ich meinen Job nicht bekommen. 

 Jetzt bin ich gespannt auf eure Erfahrungen. Wie seid ihr an euren Job gekommen? Oder seid ihr noch in der Praktika-H├Âlle gefangen? Schreibts in die Kommentare!

BONUSSTAGE: BLUE GROTTO SHIBUYA


Es ist Weihnachtszeit und Shibuya gl├╝ht im blauen Licht.

Auf dem Boden liegt Vinyl, das das Licht reflektiert.

Wer das sehen will sollte bis Anfang Januar zum Eingang des Yoyogi-Parks begeben (nicht der Eingang von Harajuku).


Wenn euch mein Geschreibs gefallen hat, schaut doch mal auf meiner Facebook-Seite vorbei, meinem Social Media Hauptquartier!

Oder auf meinem Insta, meiner Abteilung f├╝r sch├Âne Fotos!


Oder auf Twitter, wo ich mit b├Ąrtigen Autorenkollegen seltsame Themen bespreche!




Montag, 28. November 2016

Arbeiten in Japan - Der internationale Weg


Da ich den japanischen Weg abgebrochen habe, blieb mir jetzt nur noch der wackelige internationale Weg, um in Japan an einen Job zu kommen. Im letzten Artikel haben wir ja schon gekl├Ąrt, was den japanischen Weg so einzigartig macht. Wer ihn verpasst hat, kann ihn nochmal nachlesen:


Arbeiten in Japan - Der internationale Weg 


(Lesedauer etwa 10 Minuten)

Beim internationalen Weg m├╝sste man eigentlich nicht viel erkl├Ąren, denn es ist zum Gro├čteil genau das, was wir kennen und hassen. Hier z├Ąhlt alles: Skills, Erfahrungen und Kontakte. Die Firmen suchen die eierlegende Wollmilchsau.

Jobausschreibungen sehen dann oft so aus, als h├Ątte ein naives Kind im Kindergarten seinen Wunschzettel f├╝r Weihnachten geschrieben und einfach alles reingepackt, was ihm eingefallen ist:

“Wir suchen einen jungen Bachelor Absolventen mit 5 Jahren Berufserfahrung.

Wir suchen einen deutschen IT-Profi, der auf Muttersprachlerniveau Japanisch kann.

Wir suchen jemand der die japanische Kultur bis in die tiefste Faser analysieren kann, der aber auch unsere Bilanzen erstellt.“

Wer jetzt denkt, dass man sich f├╝r den Einsteigerjob dann doch einfach in der internationalen Firma bewerben k├Ânne, t├Ąuscht leider. Denn auch in den internationalen Firmen l├Ąuft auf Einsteigerbasis alles ├╝ber den japanischen Weg. Und der fiel schon flach f├╝r mich, wie ich im letzten Artikel erkl├Ąrte.

Die Jobs die es vielleicht f├╝r Ausl├Ąnder gibt, finden sich dann auf h├Âherer Ebene. Und da ist kein Rankommen mit einem einfachen Bewerbungsschreiben als unbekannter Freshman.

Mal checken was heute so geht.

Es ist im Grunde zum M├Ąuse melken. Um irgendwo reinzukommen braucht man Vollzeitarbeitserfahrung. Aber um diese zu kriegen muss man erstmal eine Chance bekommen, diese zu sammeln.

Es ist also ein Teufelskreis, der einem zwischen Studium und potentiellen Arbeitsbeginn plagt. Und dieses Dilemma plagt einen nicht nur in Europa, sondern auch in Japan.

Trotzdem habe ich es versucht. Mir blieb ja nichts anderes ├╝brig.

Ich habe schnell gemerkt: die gro├čen internationalen Firmen sind wie Schl├Âsser, die von hohen W├Ąnden und Soldaten gesch├╝tzt werden, um nervige Freshman-Eindringlinge wie mich fernzuhalten. Was man braucht um reinzukommen sind Erfahrungen und Kontakte.

Internship Japan

Eine einfache M├Âglichkeit um beides zu sammeln sind Praktika. Da das Praktikumssystem in Japan nahezu unbekannt ist bzw. komplett anders funktioniert, wird man hier automatisch auf internationale Firmen treffen.

Praktika waren f├╝r mich auch eine einfachere M├Âglichkeit irgendwo quasi durch die Hintert├╝r reinzukommen. Und vor allem um das eigene Visum zu verl├Ąngern. Denn ohne das, ist das Abenteuer Japan sofort beendet.

Die Verena aus der Community, die mit Internship Japan gerade den Arbeitsmarkt in Tokyo aufmischt, hatte da gerade diverse Praktika im Angebot. Ihr verdanke ich einiges an Praxiserfahrung und indirekt auch meinen Job jetzt.

Also kann ich nicht anders, als sie und ihre Organisation weiterzuempfehlen. Schaut mal vorbei:


Immer wieder gibt es Networking Events in Tokyo, die von Internship Japan gehostet werden. Dort treffen Arbeitgeber und Praktikanten aufeinander. Der Deal ist einfach: Firmen brauchen Praktikanten und Praktikanten eine Zukunft. Und ein Visum.

Ich warf mich also wieder in meinen Anzug und hatte an einigen Events teilgenommen. Ein immer wiederkehrendes Event findet in “The Pink Cow” in Roppongi statt. Es dient nicht zwangsweise nur der Praktikavermittlung, sondern vor allem dem Aufbau eines Netzwerks. Und manchmal, ja wirklich, hat auch jemand ein Jobangebot im Gep├Ąck. Also musste ich hin!

In entspannter Atmosph├Ąre k├Ânnen hier die zumeist relativ jungen Unternehmer, mit den jungen Absolventen interagieren. Die gro├čen Firmen waren hier jedoch noch relativ sp├Ąrlich vertreten. Zumindest war das letztes Jahr noch so. Doch Internship Japan und das Netzwerk w├Ąchst von Tag zu Tag. Also lohnt es sich mal vorbeizuschauen.

Kurz vor Ostern beim Networking

Die jungen Unternehmer haben meist selbst wenig Mittel, viele Leute anzustellen. Da springen die Praktikanten ein und greifen den Unternehmern unter die Arme. Und sichern sich so im besten Fall einen guten Draht oder einen potentiellen Job.

Internship Japan ist da auch sehr bedacht darauf, dass alles fair ist zwischen Praktikant und Unternehmen und niemand als billige Arbeitskraft verfeuert wird.

Ich lernte bei dem Networking einen alten Firmenchef kennen, der stets mit einem befreundeten freiberuflichen Journalisten rumhing. Mit den beiden kam ich am besten klar und ich setze mich auch heute immer wieder gerne mit ihnen zusammen, wenn ich sie auf diversen Events wieder antreffe und sto├če mit ihnen an. Doch beide illustrierten auch die zwei verschiedenen Welten, die mir hier begegneten:

Der Freiberuflicher repr├Ąsentiert die Welt, die selbst im Kampf mit den Begebenheiten der Wirtschaft ist und einem Berufseinsteiger zwar sehr gute Praxiserfahrungen vermitteln kann, aber nicht notwendigerweise eine (sichere) Anstellung.

Der alte Firmenchef steht f├╝r die andere Seite, die bereits etabliert ist und nun genau darauf achtet, wer in die Firma darf und wer nicht. Und wenn der Einsteiger keinen konkreten Nutzen hat, dann gibt es auch kein Reinkommen.

Auch hier war eine Anstellung kompliziert. Wer bei ihm reinkommen wollte und kein IT studiert hatte, brauchte “wenigstens” N1 Niveau Japanisch. Wobei N1 schon die h├Âchste Stufe ist.

Die Erfahrungen und Skills, die beim japanischen Weg total egal sind, werden nun im internationalen Weg eingefordert. Nun ging es darum das Richtige studiert zu haben und die richtigen Leute zu kennen. Dazu kommen Skills, die man haben muss, um wirklich eine Chance zu kriegen.

Das verflixte Japanisch

Ein Skill den man bei beiden Wegen braucht ist Japanisch. Als ich nach Tokyo kam, hatte ich den JLPT N3 gerade bestanden. In Noten ausgedr├╝ckt w├Ąre das ein “Befriedigend”. F├╝r 5 Jahre Japanisch lernen war das maximal peinlich.

Aber es war wie es war. Ich habe mich erst sp├Ąt darauf besonnen was wirklich wichtig war im Leben und mich erst sp├Ąt daf├╝r entschieden ├╝berhaupt erst nach Japan zu gehen, auf der Suche nach einer besseren Zukunft. Auch die Entscheidung mich nun wirklich auf Jobsuche zu begeben kam sehr sp├Ąt, also musste ich jetzt nehmen was ich hatte.

Eine Weile sp├Ąter habe ich mich noch auf den JLPT N2 hochgeschaukelt, einem Level von dem man sagt, dass man damit in Japan arbeiten k├Ânne. Aber das war auch nur die halbe Wahrheit.

Viele Firmen die ich gesehen habe, forderten gleich den N1, also nahezu Muttersprachlerniveau, was selbst f├╝r jemanden der flei├čiger war als ich, kaum zu schaffen war.


Ein Freund aus der Community meinte, dass es jedoch gut machbar ist in Deutschland sich bis zum N2 zu ackern und dann eine Weile nach Japan zu gehen, um das i-T├╝pfelchen aka N1 draufzusetzen. F├╝r Leute mit Weitsicht ist das sicher eine Option. Wer es ernst meint mit dem Japanisch, kann sich ja mal meinen beliebtesten Blogartikel ansehen:


Noch ein Hinweis bevor es Diskussionen gibt: Das sind nur meine Erfahrungen. Wenn ihr andere gemacht habt, dann sagt mir doch Bescheid. Ein N2 sollte auch reichen f├╝r die meisten Jobs. Nur f├╝r mich interessante Angebote gingen direkt in die Vollen.

Und Firmen suchen immer die eierlegende Wollmilchsau, wie oben schon erw├Ąhnt. Die Forderungen sind da immer unrealistisch hoch. Davon sollte man sich aber nicht abschrecken lassen, denn die Arbeitgeber wissen selbst, dass kaum jemand die Voraussetzungen erf├╝llen kann. Wer sich beweist und sich gut verkaufen kann, wird trotzdem durchaus eine Chance bekommen k├Ânnen.

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Ich sp├╝rte dass ich auch hier falsch war. Die Leute waren alle super nett und ich habe auch ein paar super Praktika von Verena vermittelt bekommen, aber es passte nicht. Entweder konnte ich mit den Leuten nicht oder die Leute hatten nichts f├╝r mich. Bei meinem Praktikum habe ich zu allem ├ťberfluss auch noch gemerkt, dass mir B├╝roarbeit von 9:00 bis 18:00 Uhr, 5 mal die Woche ├╝berhaupt nicht wirklich liegt.

Mit den Jahren hat sich f├╝r mich eine relativ klare Vorstellung von dem herauskristallisiert, wie ich einmal arbeiten will und vor allem was. Ich wollte dabei sein etwas mit meinen eigenen H├Ąnden aufzubauen und nicht in einem stickigen B├╝ro versacken. Zumindest nicht jeden Tag, den ganzen Tag.

Alle Optionen die sich mir boten, f├╝hlten sich falsch an. Denn da war noch diese leise Hoffnung im Hinterkopf. Diese eine Sache, f├╝r die ich schon so lange gek├Ąmpft hatte.

Wer die beiden Artikel bis hier hin gelesen hat wird denken, dass ich einfach verw├Âhnt bin und alle Optionen von vorn herein ausschlage, anstatt erstmal zu nehmen was kommt. Und dass ich einfach nicht hart genug gelernt oder mich gut genug integriert h├Ątte. Oder dass ich einfach das Falsche studiert h├Ątte. All diese Anschuldigungen treffen zu.

Und trotzdem sind mir diese Sachen egal. Fr├╝her h├Ątte ich auch einfach irgendwas genommen, mich als Sprachlehrer versklaven lassen, obwohl ich gar keinen Bock auf sowas h├Ątte. Oder ich h├Ątte mich in die starre japanische Hierachie eingef├╝gt, komme was wolle und mich innerlich zerrieben, nur um eine sichere Stelle zu haben. Doch daf├╝r war ich nicht mehr bereit. Das war nicht woran ich glaubte.

Nun stand ich wieder zwischen den Fronten. Im japanischen Weg werden die Sachen die ich geleistet habe nicht genug gew├╝rdigt und stattdessen sture Loyalit├Ąt gefordert, der ich mich nicht unterwerfen kann.

Im internationalen Weg hingegen sind die Sachen anscheinend nicht gut genug und die Voraussetzungen unrealistisch hoch. Denn schlie├člich sprechen wir hier immer noch von Berufseinsteigern, also Leuten die gerade mal mit der Uni fertig sind.

Fazit

Ich glaube dass jeder, egal mit welchen Voraussetzungen er hier ankommt, einen Job finden kann, der zu ihm passt. Das Problem ist es nur, genug Zeit aufzubringen sich auf die Suche zu begeben und offen zu sein, f├╝r das was sich richtig anf├╝hlt. Und mit den richtigen Leuten ins Gespr├Ąch kommen.

Man muss sozusagen den Sprung wagen und hinter seiner Entscheidung stehen. Auch wenn sie noch so bescheuert ist wie meine. Doch so kam ich letztendlich zu meinem Job hier in Tokyo.

Mehr zu meinem Werdegang gibt es im n├Ąchsten Blogeintrag der Reihe: "Arbeiten in Japan"


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BONUSSTAGE: Wintereinbruch in Tokyo!

Wie in den Nachrichten angek├╝ndigt, kam es letzte Woche zum Wintereinbruch in Tokyo. Das Verkehrschaos blieb jedoch aus.

Der Schnee hielt leider nicht lange. Er traf auf den Erdboden und wurde zu matschigen Regen. 

Letztendlich war es dann einfach nur nass und kalt.  
Die Schneeflocken waren so fett, wie im tiefsten deutschen Winter. Da kamen Heimatgef├╝hle auf.

 

Seit 54 Jahren hat es nicht mehr im November in Tokyo geschneit. Mir hat es eigentlich schon gereicht mit der K├Ąlte und der N├Ąsse.